(Mo. 4.7.) Fieber und die erste Ganzkörperbestrahlung

Heute Morgen habe ich Fieber. Zunächst liegt es bei 38,irgendwas, schließlich messen sie 40,8 C auf der einen Seite und 40,9 C auf der anderen Seite. Die Antibiotika schlagen nicht wirklich an, so dass ich noch ein Schmerzmittel bekomme. Das wirkt zum Glück, so dass ich abgestöpselt und zur Bestrahlung in den Keller gebracht werden kann.

Antibiotikum
Das befreite Unterhemd
Der Transportstuhl, mit dem ich zur Bestrahlung gebracht werde.

Die Bestrahlung ist relativ unspektakulär. Ich muss mich auf eine Pritsche legen. Die Arme werden in einem Gürtel fixiert. Der Kopf liegt auf einem Gummiring. Die Beine sind angewinkelt. Vor die Liege wird eine große Plexiglasscheibe gerollt, dann geht es los. Erst wird die eine Seite 2-3 Minuten bestrahlt. Anschließend wird die Liege gedreht und die andere Seite 2-3 Minuten bestrahlt.

Der Bestrahlungsraum: links steht die Liege.

Zurück im Zimmer bereiten zwei Pflegerinnen akribisch die Schläuche für die nächste Chemo vor, was sehr komplex aussieht. Das Frühstück verpasse ich, doch zum Glück habe ich noch ein Käsebrötchen von gestern. Zum Mittag bestelle ich „Nürnberger Bratwürste auf Sauerkraut mit Kartoffelpüree“, allerdings ohne die Würschtel.

Sauerkraut und Kartoffelbrei

Den Nachmittag verbringe ich mit Dösen und Schwitzen. Zwischendurch hört man Edith, die verwirrte Omi aus dem Nachbarzimmer, etwas brüllen: „Hallo“, „Wie spät ist es?“, „Ich pinkel mich gleich ein!“ (Edith hat einen Katheter), „Claudiiii, komm mal bitte!“, „Ich will eine Zeitung“, „Ich habe Huuuungeeer“ etc. Respekt, dass das Pflegepersonal dabei so gelassen bleibt. Für Edith wäre ein kleiner Roboter, mit dem sie sich unterhalten bzw. dem sie Befehle geben kann, vielleicht nicht verkehrt.

Zwischendurch ist Visite mit einer jungen Ärztin, die ich bereits von Station C6B kenne. Im Schlepptau hat sie einen Arzt, der möglicherweise Wurzeln in Indien hat. Er stellt sich mir allerdings nicht namentlich vor, sondern bleibt schüchtern in der Ecke stehen.

Kurz bevor es um 18 Uhr wieder in den Keller zur nächsten Bestrahlungs-Session geht, bekomme ich noch fix TKs (Thrombozytenkonzentrat) angehängt. Dann mache ich mich eigenständig ohne Bringdienst auf in Richtung Keller.

Das Thrombozytenkonzentrat
Der Weg zur Strahlentherspie