Allmählich werden die Nächte ein wenig unruhiger und ich merke, dass die Nebenwirkungen langsam einsetzen. Netterweise hat die Pflegerin mich darauf hingewiesen, dass ich nachts klingeln soll, falls ich zwischendurch wach bin. So konnte sie die Vitalwerte messen ohne mich extra dafür zu wecken. Die Pflegerin heute Morgen bietet mir zudem an, dass sie auch mal ein „bitte nicht stören“ Schild an die Tür kleben könnte, falls ich tagsüber mal in Ruhe eine Stunde schlafen möchte. Das ist doch mal aufmerksam 😊.
Heute bin ich nicht mehr ganz so aufgeschwämmt und klappe sogar mal meinen Faltcomputer auf…

Die Visite ist mal wieder kurz und schmerzlos. Der griechische Arzt, der letztes Mal den ZVK gelegt hat, verkündet, dass er mir für heute noch‘ne Rutsche Blutkonserven bestellt hat. Ansonsten gibt es keine Auffälligkeiten. Na mal sehen, wann das Blut dann heute da ist…
Zum Mittag gibt es heute „Bunte Hühnersuppe mit Reisnudeln“.

Beim erneuten Messen der Vitalzeichen klärt mich die Pflegerin auf, dass ich heute Thrombozyten bekäme. Ich hatte mich auch schon gewundert, warum schon wieder neues Blut erforderlich ist. So schlapp fühle ich mich heute gar nicht. Da habe ich den Griechen vorhin wohl falsch verstanden.
Um 17:45 Uhr kommt das Thrombozytenkonzentrat. Ich lerne: Bei Blutplättchen ist es egal, von welcher Blutgruppe diese stammen.

Zum Abendessen bringt eine Freundin „richtiges Essen“ — Cannelloni mit Spinat und Ricotta — vorbei 😋. Temperatur, Geschmack und Portionsgröße sind perfekt 👍🏾. Mein Highlight des Tages 🙌🏾. Von meinem Fenster aus kann ich die Freundin sogar sehen während wir telefonieren. Dieses Zimmer ist so viel besser als die Zelle mit Blick auf die Baustelle.



